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Multifunctional
Wireless Communications Router
(WICOR)

Hauptauftragnehmer

Telematica e.K. [D]

Kontakt:

Finanzierung

Das Projekt wurde gefördert von der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

Projektpartner

OECON GmbH [D], Kontakt: Günther Kasties

Projektziele

Hauptziel von WICOR war es, eine multifunktionelle Kommunikations-„Black-Box” als intelligentes Endgerät für den mobilen Nutzer zu entwerfen und zu entwickeln. Die WICOR Box bietet eine Schnittstelle zu zahlreichen Kommunikationssystemen wie z.B. Satellitenkommunikation (SatCom), GSM/GPRS und WLAN. Sie beinhaltet außerdem die Fähigkeit zur GPS-Positionierung. Kernelement dieser Black Box ist ein Prozessor, der mit einer zugehörigen Software das ganze System steuert. Dazu analysiert die Software ständig die „Kommunikations­umgebung”.

Die Software ist in der Lage zu erkennen, ob z.B. GSM/GPRS verfügbar ist, und ggf. auf SatCom umzuschalten. WICOR definiert, entwickelt und demonstriert außerdem Prototyp-Dienste für sicherheits­heitsrelevante Anwendungen. Das Design der Black Box ist so gestaltet, daß der zukünftige Nutzer mit dem höchsten Maß an Flexibilität die Systeme seiner Wahl nutzen kann (z.B. INMARSAT oder Globalstar als Satelliten­kom­muni­kations­system, GSM oder Tetra(pol) als zellulares Netzwerk, WLAN oder Bluetooth als Nahbereichs­system).

Auch die Auswahl mehrerer Systeme jeder Kategorie wird unterstützt. Die Auswahl des zu benutzenden Kommunikationssystems wird von der zugehörigen Software gesteuert und berücksichtigt dabei die vordefinierten nutzerspezifischen Einstellungen (z.B. Kosten der Kommunikation, Datensicherheit, Zuverlässigkeit der Verbindung in einem vordefinierten Zeit­abschnitt)

Beschreibung

Zentrale Elemente des WICOR Systems sind das mobile Endgerät und ein Anwendungsserver. Beide sind über eine Reihe von Kommunikationseinrichtungen miteinander verbunden. Jedes der beiden Elemente bietet anwendungsbezogene Funk­tionalitäten und Mensch/Maschine-Schnittstellen. Die folgende Abbildung illustriert die WICOR Architektur.

Klicken Sie für eine größere Darstellung auf das Bild.

Die notwendigen Module für die verschiedenen Systemebenen bestimmen die erforderliche Rechnerleistung, Speicherstruktur usw. Standardausrüstung für Kommunikationsmedien ist auf dem Markt erhältlich; die Konstruktion eines Prototyps auf Basis der beschafften COTS-Ausrüstung (Standard PC Hardware und externe Komponenten) ist daher kurzfristig möglich. So kann das System frühzeitig getestet werden, ohne bereits das Endgerät konstruiert zu haben.

Während der Prototyp getestet wird, kann das zukünftige Endgerät weiterentwickelt werden. Die COTS-Komponenten des Prototyps werden Schritt für Schritt durch typische OEM-Module ersetzt. Dieses Vorgehen bringt außerdem den Vorteil einer kleinen, kostengünstigen Lösung mit sich. Die Software wird unter einer Standardumgebung entwickelt, die für den Prototyp genutzt werden kann und die Grundlage für das zukünftige Endgerät bietet.

Eine klare modulare Struktur unterstützt den Austausch von Kommunikationstechnologien, Anwendungsebenen und Funktionalitäten. Die Entwicklungssprache wird für den Prototypen und das Endgerät ANSI-C sein. Die Software-Struktur wird in maschinenabhängige und -unabhängige Module eingeteilt sein. Ein verfügbarer GNU-C Compiler wird für beide Platt­formen vorausgesetzt. In jedem Fall ermöglichen die Spezifikationen von ANSI-C eine schnelle Portabilität in andere Entwicklungsumgebungen.

Projektplan

Meilensteine des WICOR Projektes waren:

  • Kick-Off Meeting (KOM), Februar 2003
    Start der WICOR-Aktivitäten.
  • Requirements Review (RR), April 2003
    Klärung der verfügbaren Technologie, potentielle Nutzergruppen und Anwendungen, zukünftige Märkte. Erste Konzeption des WICOR Systems und von WICOR Diensten.
  • Baseline Design Review (BDR), Juli 2003
    Klärung der WICOR System-Definition mit Blick auf das Mobile Endgerät (Kommunikations-Router) und Definition eines Abnahmeprotokolls. Definition von vier WICOR Diensten, nämlich Streife, Verfolgung, Such- und Rettungsdienst sowie großräumiger Einsatz, und Definition des Demonstrationsplanes.
  • Critical Design Review (CDR), August 2003
    Detaillierte Überprüfung des geplanten WICOR Systems und der Dienste.
  • Preliminary System Validation (PSV), November 2003
    Validierung des WICOR Systems innerhalb der Entwicklungsphase.
  • Mid Term Review (MTR), Januar 2004
    Prüfung des WICOR Systems nach der Entwicklungsphase und Start der Demonstrationsphase.
  • Final Review (FR), April 2004
    Entgültige Prüfung der Demonstrationsphase und des gesamten Projektes.

Schlüsselthemen

  • Technische Analyse:
    u.a. Verfügbarkeit, Formate, Datenraten, Zeitverzögerungen, Integrität, interne Statusinformationen, Größe, Gewicht, Stromverbrauch, Kosten...
  • System & Service Definition:
    Definitionen zur Übertragung von Meldungen, Daten, Sprache und Visualisierung in der Zentrale auf der Grundlage einer detaillierten Analyse der Nutzeranforderungen (verbunden mit technischen Lösungen).
  • System & Service Entwicklung:
    Definition von Voraussetzungen für die Hard- und Software-Entwicklung, Herstellung eines Prototypsystems.
  • Machbarkeitsdemonstration:
    Demonstrationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, um das Systemverhalten unter realistischen Bedingungen zu untersuchen.
  • Finanzanalyse:
    Eine Finanzanalyse wird Hauptelemente eines Marktes ermitteln und zukünftige Entwicklungen bis zu einem Produkt und zugehörigen Dienstleistungen untersuchen.

Kurzfassung

WICOR verbessert die Kommunikationskomponenten vieler sicherheitsrelevanter Anwen­dungen, welche bisher von der eingeschränkten Verfügbarkeit einzelner Kommunikations­technologien betroffen sind. Während z.B. Satellitenkommunikation eine direkte Sicht­verbindung zum Satelliten erfordert, sind zellulare Netzwerke vor allem in ländlichen und entlegenen Gebieten kaum verfügbar, WLAN ist auf einzelne Zugriffspunkte beschränkt usw.

Nutzer, die einen permanenten kostengünstigen Zugriff auf Kommunikationsverbindungen benötigen, sind derzeit mit einer Vielzahl von Geräten ausgestattet, um sicherzustellen, daß mindestens eine Kommunikationstechnologie im Bedarfsfall einsatzbereit ist. Wird eine Anzahl Kommunikationsmittel auf intelligente Weise miteinander verknüpft, kann man - so das Ziel von WICOR - entsprechend spezifischer Aspekte wie Kosteneffizienz, Übertragungs­sicherheit usw. den geeigneten Kanal auswählen. Eine Vielzahl neuer Anwendungen ist durch ein solches System zu erwarten.

Eine Kurzfassung in englischer Sprache steht zum Download zur Verfügung (PDF 22 kB).

Status

Das Projekt wurde 2004 erfolgreich abgeschlossen.

 

© TELEMATICA e.K. · 12 Jan, 2006 · · Legal